Bauministerium legt Wohnraumkonzept vor

Häuserlücken werden überall im Bundesgebiet gefüllt, doch viel zu selten mit Mietwohnungen. Wohneigentum verspricht der Immobilienbranche höhere Rendite. Hier eine Baustelle in Berlin Prenzlauer Berg. Foto: Jenz Steiner (cc)

Wohnen wird teurer. Die Proteste für bezahlbares Wohnen nehmen bundesweit zu. Die Politik ist in der Pflicht und will mehr Wohnraum schaffen. Das Bundesbauministerium hat nun in Berlin ein Wohnraumkonzept vorgestellt.

Wohnen wird teurer, auf dem Land wie in der Großstadt. Das nimmt sich alles nicht mehr viel. Wer wenig verdient, bekommt das am stärksten zu spüren. Das Bauministerium will jetzt mit einem Gegenkonzept gegensteuern. 

Wohnraum ist knapp und wird knapp gehalten. Nachfrage belebt das Geschäft. Die Mieten steigen. Die Immobilienbranche freut sich. 
Eine Expertenkommission für „Baulandmobilisierung und Bodenpolitik“ hat am Dienstag in Berlin ein Konzept vorgelegt. Das soll jetzt ein bisschen auf die Bremse treten. 
Bund, Länder und Kommunen hatten das letztes Jahr beim Wohnungsgipfel auf den Weg gebracht. Worum geht es konkret? 
Bürokratie soll abgebaut werden. 
Bauland soll billiger werden. 
Wie soll das gehen? 
Kommunen sollen mehr Geld bekommen. 
Das Baurecht soll vereinfacht werden. 
Die Bau- und Planungsämter sollen wieder mehr Personal bekommen. 

Dachgeschosse sollen ausgebaut werden. Wer landwirtschaftliche Gebäude umbauen will, soll leichter eine Genehmigung bekommen.
Das soll im Laufe sich des nächsten Jahres auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar machen. In den letzten zwei Jahr wurden bundesweit rund 285 000 Wohnungen gebaut. Geplant waren von der Bundesregierung 375 000. 
Die klassische Mietwohnungen wird langsam zum Auslaufmodell. Letztes Jahr wurden gerade mal 69 435 neu gebaut. Steigende Mieten sind so einfach mal vorprogrammiert. 

In Berlin hat der rot-rot-grüne Senat im Juni einen Mietendeckel beschlossen. Sollte in Bremen die rot-grün-rote Koalition zustande kommen, will die ähnliche Wege einschlagen. Das SPD-regierte Hamburg ist nicht mit dabei, wenn es um Mietendeckelung geht, aber an der Kappungsgrenze schrauben. Das heißt statt bisher legalen 15 Prozent Mietsteigerung künftig nur nicht zehn Prozent erlauben. Viele Unterschiedliche Ansätze mit verschiedenen politischen Hintergründen. Ob das neue Konzept des Bauministeriums wirklich spürbare Auswirkungen auf unseren Alltag hat, bleibt abzuwarten. 

Neues Wohnraumkonzept: Dachgeschosse und Bauernhäuser ausbauen. Geht die Rechnung auf? Ein Beitrag von Jenz Steiner

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