Kultureller Alleskönner Peter Huchel

Die Dresdner Literaturzeitschrift Die Kolonne war eng verwoben mit Peter Huchel, dem Lyriker, Dramatiker und Journalisten, der mit seinen Werken die Vor- und Nachkriegszeit maßgeblich geprägt hat.

Huchel war ein wichtiger Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Seine Gedichte waren jedoch keine kahlen Betonklötze in Versform, sondern eher Naturgedichte, die voller chiffrierter Andeutungen steckten. Schlicht, präzise, klar und kraftvoll war Huchels Lyrik. Als Naturdichter oder gar Naturalist oder Heimatdichter wollte er sich nie abstempeln lassen. Von Zeitgenossen wie Rilke und Benn distanzierte er sich scharf.

Kommt man heute in die ehemalige linke Künstlerkolonie in Berlin Wilmersdorf, kann man dort noch in seine Fußspuren treten. Genauso in Wilhelmshorst bei Potsdam, wo er quasi unter SED-Hausarrest stand, nachdem der Schutz von Brecht nach dessen Tod wegfiel und die Unterstützung von Böll nicht mehr bei ihm ankam.
Doch auch in Wien, Siebenbürgen und Freiburg, in Italien und Frankreich hinterließ er Spuren.

Huchels literarische Laufbahn begann schon in den frühen Neunzehnhundertzwanziger Jahren. Fünf schmale Gedichtbände schuf Huchel. Denen widmet sich Peter Rother in seiner Sendung „Der aphasische Dichter reitet den Pegasus“ am 9. Juni, 18 Uhr.

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