Wer nicht sendet, hat verloren [Feature]

Wer nicht sendet, hat verloren. Die Stunde Null im deutschsprachigen Hörfunk.
Von und mit Jenz Steiner

Heute vor 75 Jahren stellten die letzten NS-Hörfunksender ihren Betrieb ein. Gleichzeitig entstanden die ersten von den Alliierten lizensierten Sender. Das Feature beleuchtet die Stunde Null im deutschsprachigen Radio. #8Mai #TagDerBefreiung

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3 Gedanken zu „Wer nicht sendet, hat verloren [Feature]

  • 17. Mai 2020 um 14:49
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    Die westdeutsche Sicht war zwar deutlich zu hören: Das Nationalkomitee „Freies Deutschland“ wurde nicht einmal erwähnt, geschweige denn diese antifaschistische deutsche Organisation erläutert, und es wurde fälschlicherweise behauptet:
    „dann beim antifaschistischen Deutschen Volkssender und beim Sender Freies Deutschland. Das waren sowjetische Sender, die in deutscher Sprache gesendet haben“
    Es kam zwar:
    „Der alte Nazi-Funker Thode blieb beim NDR bis 1968 auf dem Chefsessel sitzen.“
    Aber zum Schluss ohne jeden Beleg:
    „Alte Nazis aus Zeiten des Großdeutschen Rundfunks saßen auf allen Seiten in wichtigen Positionen.“
    Es gibt noch viele weitere Stellen, die die einseitige Sichtweise verdeutlichen. Aber daneben gab es auch viele interessante Informationen. Danke dafür.

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  • 27. Mai 2020 um 11:22
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    Vielen Dank für diesen großartigen Beitrag.

    Antwort
  • 23. Juni 2020 um 12:32
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    Hallo Uwe,

    vielen Dank für die Rückmeldung.
    Nun folgt meine Rückmeldung auf Deine Rückmeldung.
    Das Nationalkomitee Freies Deutschland und der Sender Freies Deutschland sind in der Tat sehr interessante Themen und durchaus einen eigenen Beitrag wert. Thema meines Beitrags war der Rundfunk in Deutschland von der Stunde Null bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1949.
    Falls Du Dich für die Geschichte des Senders Freies Deutschland interessierst, gebe ich Dir folgenden Literaturhinweis: Dominik Clemens: „Deutschland muss leben, deshalb muss Hitler fallen“ – Der Radiosender des Nationalkomitees ‚Freies Deutschland‘.

    Beim Deutschen Volkssender waren durchaus die Stimmen zu hören, die auch zum Nationalkomitee Freies Deutschland gehörten. Der Deutsche Volkssender sendete bis 19. Mai aus Moskau und wurde definitiv von Antifaschisten betrieben. Mein Buchtipp: Conrad Pütter: Rundfunk gegen das „Dritte Reich“. Deutsch-sprachige Rundfunkaktivitäten im Exil 1933–1945. Ein Handbuch (= Rundfunkstudien. Bd. 3). K. G. Saur-Verlag, München 1986. Leider habe ich keine O-Töne vom Deutschen Volkssender aus der Zeit zwischen 1. und 19. Mai 1945. Mein Fokus lag auch nicht auf den Sendern, die aus dem Ausland in deutscher Sprache sendeten, sondern auf Ausklingen und Neustart der alten und neuen Radiosender in Deutschland.

    Den authentischsten Beleg dafür, dass nach Kriegsende viele Nazi-Hörfunker im Berliner Rundfunk arbeiteten, lieferte einer der wichtigsten Köpfe des Senders: Michael Storm aka Markus Wolf in einem Essay in Gustav Trampes 1995 erschienenen Buch: „Die Stunde Null: Erinnerungen an Kriegsende und Neuanfang“.

    Welche westdeutsche Sicht war im Beitrag deutlich zu hören?
    Ich als „alter Ostler“ habe den Fokus verstärkt auf den Osten gelegt. Das ist wirklich etwas einseitig, obwohl Löwenthal (HU-Student und RIAS-Mitarbeiter) und Schnitzler (NDR / NWDR / Berliner Rundfunk) durchaus beide Seiten sehr gut kannten.
    Was im Radio zwischen 1945 und 1949 in München, Stuttgart oder Frankfurt geschah, fällt leider etwas hinten runter, was auch an meinem dünnen Audio-Archiv mit O-Tönen der dortigen Sender liegt.

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