Kommentar: Was tun mit dem 9. November?
Oft und gern wird bei Gedenkveranstaltungen wie dem 9.11. die Notwendigkeit des Handelns mit dem Satz zusammengefasst „Wehret den Anfängen“.
Der Satz suggeriert, dass wir die Situation beherrschen, die Entwicklung durchschauen und zu reagieren wissen. Richtig müsste es heißen „Verhindert das Weitermachen“. Denn vieles an Anschauung, Überzeugung, Routine und Gleichgültigkeit läuft unreflektiert mit.
Nur wenn es durch kriminelle Taten auffällt, wird über diese gesprochen.Also: Was läuft schief – wo müssen wir eingreifen?Was läuft gut, das soll mehr gesehen und verstärkt werden. „Geschichte wiederholt sich nicht eins zu eins; aber die Gefahr, dass bestimmte Dinge – wenn auch in etwas anderer Gestalt – wiederkommen, ist groß.“
Das sagte die im vergangenen Jahr verstorbene Vorsitzende des Landesverbandes jüdischer Gemeinde Sachsen, Dr. Nora Goldenbogen. Daran müssen wir immer denken, besonders wieder am 9. November 2025.
Autor: Schlomo, Foto: Jenz Steiner
