Vor 30 Jahren: Angriff auf Amadeu Antonio Kiowa

Robert Lüdecke, Sprecher der Amadeu-Antonio-Stiftung, über rechte Gewalt seit den 1990ern. (Radio Corax, 2015)

Amadeu Antonio Kiowa war einer von 106 Angolaner*innen, die 1987 als Vertragsarbeiter*innen in die DDR kamen. Eine Gruppe von Neonazis griffen ihn heute vor 30 Jahren in Eberswalde an und hetzten ihn durch die Stadt. Das Treffen der Brandenburger Nazis an diesem Abend hatte genau dies zum Ziel. Die Polizei war bereits im Vorfeld darüber informiert, beobachtete das Geschehen aus der Nähe schritt jedoch nicht ein. Einer der Angreifer sprang Amadeu Antonio mit beiden Füßen auf den Kopf. Sein Opfer verlor das Bewusstsein und verstarb 12 Tage nach der der Hetzjagd, am 06. Dezember im Krankenhaus. Er wurde nur 28 Jahre alt. Heute wäre er 53. Kurze Zeit nach seinem Tod kam Amadeu Antonios Kind zur Welt.
Amadeu Antonio Kiowa war das erste Todesopfer rassistischer Gewalt im vereinigten Deutschland. Heute erinnern verschiedene antirassistische Gruppen und Organisationen an den 30. Jahrestag des Angriffs auf Amadeu Antonio, allen voran die Amadeu-Antonio-Stiftung.

Aus diesem Anlass wiederholen wir heute an dieser Stelle ein Interview, das Radio Corax aus Halle mit Robert Lüdecke, Sprecher der Amadeu-Antonio-Stiftung, vor fünf Jahren führte.

Foto: Hao Xi (对话页 贡献), WikiMedia Foundation (cc)

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