{"id":2182,"date":"2020-03-23T10:17:00","date_gmt":"2020-03-23T09:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/coloradio.org\/?p=2182"},"modified":"2020-05-28T10:22:12","modified_gmt":"2020-05-28T08:22:12","slug":"es-fuehrt-kein-weg-an-einer-evakuierung-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/coloradio.org\/?p=2182","title":{"rendered":"Es f\u00fchrt kein Weg an einer Evakuierung vorbei"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.freie-radios.net\/mp3\/20200323-situationauf-100928.mp3\"><\/audio><figcaption>Audiobeitrag von ADDN<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Aufnahmelager Moria auf der zu Griechenland geh\u00f6renden Insel Lesbos hat es am Vortag gebrannt. Dabei ist mindestens ein Mensch get\u00f6tet worden. Eine Journalist*in von ADDN aus Dresden haben mit Aktivist*innen der URA Dresden gesprochen, die sich gerade vor Ort befinden, um einen Eindruck \u00fcber die Situation in und um das Lager, die Zusammenarbeit mit der lokalen Bev\u00f6lkerung und notwendige n\u00e4chste politische Konsequenzen zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr seid gerade auf Lesbos: Seit wann seid ihr dort und was sind die Gr\u00fcnde?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind eine kleine Delegation von Antifaschist:innen. Uns haben die letzten Katastrophen an der EU-Au\u00dfengrenze zur T\u00fcrkei nicht kalt gelassen. Die Erpressungsversuche Erdo\u011fans und die Abschottungspolitik der EU entmenschlichen Schutzsuchende und machen sie zum Spielball einer Politik, welche nur noch mehr Krieg, Chaos und weitere Fluchtbewegungen hervorrufen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere zu Lesbos war die Berichterstattung \u00fcber die letzten f\u00fcnf Jahre eher d\u00fcrftig. R\u00fcckblickend hat sich weder die Lage in Moria, noch auf den anderen Inseln grundlegend gebessert. Politisch fehlt der Wille \u2013 und das nicht nur bei der griechischen Regierung, sondern auch in den reichen L\u00e4ndern Europas. Selbst der Beschluss von sieben EU-Staaten 1.600 Kinder aufzunehmen, h\u00f6rt sich an wie ein schlechter Witz und ist bisher nicht mehr als hei\u00dfe Luft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den Angriffen durch lokale Faschist:innen und Teilen der Dorfbewohner:innen sind nat\u00fcrlich auch viele Journalist:innen wieder verschwunden. Corona macht die Informationslage noch prek\u00e4rer, also sind wir genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zuletzt muss man auch betonen, dass wir einen Austausch mit lokalen antifaschistischen Strukturen vorantreiben wollen. Wie reagiert die lokale Bewegung in solchen Ausnahmesituationen. Uns ist ja eine \u00e4hnliche Situation in Deutschland auch bekannt. Wir haben die Ereignisse von Heidenau noch gut in Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit scheint die Corona-Krise alles zu \u00fcberlagern. Die Situation im t\u00fcrkisch-griechischen Grenzgebiet ist kaum noch pr\u00e4sent. Wie ist die Situation vor Ort?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich spielt Corona auch hier eine gro\u00dfe Rolle. Auch wenn es bisher nur einen best\u00e4tigten Fall auf der Insel Lesbos gibt, ist es in Zeiten der Pandemieberichterstattung schwer, etwas \u00fcber die aktuelle Situation im Lager aus Zeitungen und Timelines mitzubekommen. Aber das Camp und die Situation in Moria spielen zumindest lokal eine Rolle und ab und an schafft es auch noch ein Artikel in die deutschsprachige Medienlandschaft. Generell gibt es eine gro\u00dfe Angst vor dem Corona-Ausbruch im Camp. Dabei ist eher die Gefahr, dass die Seuche von Au\u00dfen in das Lager eingeschleppt wird und weniger, dass die Menschen die dort sind, diese Krankheit mitgebracht haben, wie es von Rassist:innen gern behauptet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab ja bereits in der letzten Woche einen Appell von \u00c4rzte ohne Grenzen endlich etwas zu unternehmen, um die katastrophalen hygienischen und medizinischen Verh\u00e4ltnisse zu verbessern. Das Abwasser zum Beispiel wird im so genannten Dschungel provisorisch \u00fcber kleine handgegrabene Kan\u00e4le quer durch das ganze Camp abgeleitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiterhin gibt es keine Isolationsm\u00f6glichkeiten, keine spezielle Behandlung von Hochrisikopatient:innen und auch keine Testm\u00f6glichkeiten. Auf sch\u00e4tzungsweise 20.000 bis 28.000 Lagerinsass:inen kommen nur eine handvoll \u00c4rzt:innen. Vieles an Grundversorgung wird derzeit durch Freiwillige und NGOs gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wobei \u00c4rzte ohne Grenzen sich zum Beispiel aus politischen Gr\u00fcnden aus dem Inneren des Camps zur\u00fcckgezogen hat und nun au\u00dferhalb des Lagers ihre Versorgung bereitstellt. SOS-Kinderdorf hat aufgrund der Drangsalierungen durch griechischen Beh\u00f6rden seine Arbeit inzwischen eingestellt. Auch die Grasroots-Strukturen, wie die No Border Kitchen, fragen sich, was nun zu tun sei. Die Situation kann sich von Tag zu Tag \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gestern erreichten uns die Meldungen von einem Feuer im Lager Moria, bei dem auch nach aktuellen Informationen mindestens ein Kind gestorben sein soll. Vor welchen Aufgaben steht das Lager nach dem Brand?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, es gab einen Gro\u00dfbrand und wir waren auch vor Ort. Zu dem Zeitpunkt war das Feuer dann endlich auch gel\u00f6scht. Die Cops haben versucht, die Zug\u00e4nge zum inneren Bereich des Lagers abzuriegeln, es wurde von Verhaftungen von Journalist:innen berichtet und tats\u00e4chlich konnten wir im Innenbereich keine Journalist:innen sehen. Wir haben mit Bewohner:innen des Camps gesprochen. Sie sagten uns, dass die Lagerverwaltung und die Polizei viel zu sp\u00e4t reagiert und das Feuer wohl bis zu zwei Stunden gebrannt h\u00e4tte. Es gibt mindestens ein totes Kind und Campbewohner:innen reden von einem weiteren. Wir wissen es jedoch nicht genau, da gestern kurzzeitig auch die Rede von f\u00fcnf Toten war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ihr fragt, was nun zu tun sei: Nun, man k\u00f6nnte Rettungswege bauen und Wasseranschl\u00fcsse legen und die W\u00e4nde sch\u00f6n rosarot streichen, aber das bringt alles nichts. Allein die infrastruktuellen Aufgaben vor dem das Lager stehen w\u00fcrde, sind schlichtweg nicht zu bew\u00e4ltigen, zumal es die gleichen Probleme wie vor dem Brand sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir glauben eure Frage muss man auf einer politischen Ebene beantworten: Die Existenz dieses Lagers ist menschenverachtend und es ist illusorisch, dass f\u00fcr 23.000 Leute auf so engem Raum und auf dieser Insel etwas ge\u00e4ndert werden kann. Die Idee der Lager an sich ist menschenverachtend und immer mit der Politik der Aussortierung und Abschottung verkn\u00fcpft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Alltag f\u00fcr die Menschen dort ist die H\u00f6lle, gekennzeichnet von Elend, Mangel und massiver Gewalt durch die Polizei und in der Nacht oft auch untereinander. Wir sagen, das Lager muss aufgel\u00f6st und die Leute in Europa verteilt werden, die reichen EU-Staaten sollen die Menschen aufnehmen. In unseren Augen f\u00fchrt kein Weg an einer vollst\u00e4ndigen Evakuierung vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer wieder erreichen uns auch Informationen von \u00dcbergriffen durch Nazis auf Gefl\u00fcchtete, deren Einrichtungen, Journalist:innen und NGOs. Wie stellt sich f\u00fcr Euch die Situation vor Ort dar?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Situation ist sehr schwer einsch\u00e4tzbar, da die Informationslage schwierig ist. Aktivist:innen vor Ort haben begonnen eine Chronologie von \u00dcbergriffen zu erstellen, allerdings bleiben viele Angriffe auf Gefl\u00fcchtete oft unbemerkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wissen, dass es seit Oktober 2019 geh\u00e4uft Aktionen von organisierten rechten Gruppen gibt. Sehr regelm\u00e4\u00dfig gibt es Stra\u00dfenblockaden und Patroullien. Damit wurde mindestens einmal der Nahrungstransport ins Camp abgeriegelt. Und oft wird damit versucht, Journalist:innen und NGO-Mitarbeiter:innen davon abzuhalten, ins Lager zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben aber auch von physischen Angriffen und Sachbesch\u00e4digungen durch Faschist:innen geh\u00f6rt. So ist es sehr wahrscheinlich, dass der Brand des nichtstaatlichen Schul- und Versorgungszentrums \u201eOne Happy Family\u201c von diesen Leuten gelegt wurde. Zu Beobachten ist au\u00dferdem, dass es kein Einschreiten der Sicherheitskr\u00e4fte gibt. Vielmehr, so berichtet es sogar die Lokalpresse, beteiligen sie sich ebenso wie lokale Politiker:innen unmittelbar an den Aktionen gegen das Camp.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch auf Lesbos scheint der Rechtsruck mittlerweile das ans Tageslicht zu holen, was schon lange in der Gesellschaft an Einstellungen vorhanden war. Auch in den Parlamenten macht sich das bemerkbar: Mit den \u201eFreien B\u00fcrgern\u201c (Eleftheri Politis) sitzt eine explizit rassistische Partei in den Dorfparlamamenten und hat zw\u00f6lf Sitze in den Regionalparlamenten der s\u00fcdlichen \u00c4g\u00e4is bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Subjektiv war es f\u00fcr uns bisher so, dass wir Anfeindungen zwar gesp\u00fcrt haben, gerade nach den beiden antifaschistischen Demonstrationen vom 14. M\u00e4rz. Dennoch w\u00fcrden wir uns in manchen Teilen Sachsens unwohler f\u00fchlen, als hier in den Abendstunden durch die Stra\u00dfen zu laufen.^<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer wieder erreichen uns auch Informationen von \u00dcbergriffen durch Nazis auf Gefl\u00fcchtete, deren Einrichtungen, Journalist:innen und NGOs. Wie stellt sich f\u00fcr Euch die Situation vor Ort dar?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Situation ist sehr schwer einsch\u00e4tzbar, da die Informationslage schwierig ist. Aktivist:innen vor Ort haben begonnen eine Chronologie von \u00dcbergriffen zu erstellen, allerdings bleiben viele Angriffe auf Gefl\u00fcchtete oft unbemerkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wissen, dass es seit Oktober 2019 geh\u00e4uft Aktionen von organisierten rechten Gruppen gibt. Sehr regelm\u00e4\u00dfig gibt es Stra\u00dfenblockaden und Patroullien. Damit wurde mindestens einmal der Nahrungstransport ins Camp abgeriegelt. Und oft wird damit versucht, Journalist:innen und NGO-Mitarbeiter:innen davon abzuhalten, ins Lager zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben aber auch von physischen Angriffen und Sachbesch\u00e4digungen durch Faschist:innen geh\u00f6rt. So ist es sehr wahrscheinlich, dass der Brand des nichtstaatlichen Schul- und Versorgungszentrums \u201eOne Happy Family\u201c von diesen Leuten gelegt wurde. Zu Beobachten ist au\u00dferdem, dass es kein Einschreiten der Sicherheitskr\u00e4fte gibt. Vielmehr, so berichtet es sogar die Lokalpresse, beteiligen sie sich ebenso wie lokale Politiker:innen unmittelbar an den Aktionen gegen das Camp.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch auf Lesbos scheint der Rechtsruck mittlerweile das ans Tageslicht zu holen, was schon lange in der Gesellschaft an Einstellungen vorhanden war. Auch in den Parlamenten macht sich das bemerkbar: Mit den \u201eFreien B\u00fcrgern\u201c (Eleftheri Politis) sitzt eine explizit rassistische Partei in den Dorfparlamamenten und hat zw\u00f6lf Sitze in den Regionalparlamenten der s\u00fcdlichen \u00c4g\u00e4is bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Subjektiv war es f\u00fcr uns bisher so, dass wir Anfeindungen zwar gesp\u00fcrt haben, gerade nach den beiden antifaschistischen Demonstrationen vom 14. M\u00e4rz. Dennoch w\u00fcrden wir uns in manchen Teilen Sachsens unwohler f\u00fchlen, als hier in den Abendstunden durch die Stra\u00dfen zu laufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nicht allen Aktivist:innen m\u00f6glich, selbst praktische Unterst\u00fctzungsleistung vor Ort zu t\u00e4tigen. Was ist eurer Meinung nach eine sinnvolle Hilfe f\u00fcr die Menschen auf Lesbos, die wir auch von hier in Dresden aus leisten k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sinnvollste ist, wenn Menschen sich in den reichen L\u00e4ndern Europas organisieren w\u00fcrden und massiven Druck auf diese Staaten aus\u00fcben, endlich Schutzsuchende aus den Lagern aufzunehmen. Das wird nicht ganz einfach, denn darunter sind kaum Menschen, die nicht Traumata und gesundheitliche Sch\u00e4den davongetragen haben. Aber jede Person die noch meint, dass die europ\u00e4ische Idee der Menschenrechte mehr als eine hohle Phrase ist, sollte jetzt entschlossen handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Corona macht es jetzt nat\u00fcrlich nicht einfacher, aber es kann eine Chance sein, auf die Dringlichkeit einer Evakuierung zu verweisen. Wichtig ist, dass sich nicht nur Szenelinke oder eine antirassistische Szene mobilisiert, sondern breite Teile der Gesellschaft. Die Menschen in diesem Lager halten unserer Meinung nach die Menschenw\u00fcrde und elementare Menschen- und Grundrechte gegen Europa hoch. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen. Denn neben den schrecklichen Dingen, die in einem solchen Lager passieren, immerhin ist es eine Zwangssituation in der die Menschen stecken, gibt es auch massive Solidarit\u00e4t, Offenheit und Freundlichkeit. Uns haben Leute aus dem Camp immer offen und freundlich empfangen und zum Beispiel geholfen, Polizeisperren zu umgehen, damit berichtet werden kann und wir Augenzeug:inen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch f\u00fcr die, die nur spenden wollen: Wir werden versuchen, in den n\u00e4chsten Tagen unterst\u00fctzenswerte Projekte zu finden. Aber nochmal: Die westliche Linke muss endlich wieder lernen zu k\u00e4mpfen, breitere Bev\u00f6lkerungsteile anzusprechen und dadurch Druck aufzubauen. Es gibt ja schon gr\u00f6\u00dfere B\u00fcndnisse wie das Seebr\u00fccke-B\u00fcndnis oder #unteilbar. Da muss nun endlich etwas passieren. Wir glauben das bringt mehr als eine Soliparty im \u00f6rtlichen AZ f\u00fcr ein Schulprojekt hier. Denn nur dieser Druck kann auch etwas an der politischen Situation \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass Zust\u00e4nde wie in Moria auf europ\u00e4ischem Boden und nicht in einem B\u00fcrgerkriegsland stattfinden. Menschen, die daran nichts \u00e4ndern wollen, machen sich an jedem Toten, an jedem Opfer einer Vergewaltigung und von Gewalt in diesem Lager mitschuldig. In Moria sind allein 8.000 Kinder und Jugendliche, deren Zukunft durch die aktuelle Politik systematisch zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00f6nnt ihr absch\u00e4tzen, wie sich die n\u00e4chsten Monate vor Ort entwickeln werden, welche Gefahren seht ihr? Gibt es eventuell auch Chancen, die sich aus der Situation entwickeln k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine schwierige Frage. Wir haben da noch zu wenig Einblick in die lokalen Gegebenheiten. Der Brand hat gezeigt, dass sich immer auch spontan etwas \u00e4ndern oder zuspitzen kann. Wichtig ist, dass die lokalen antifaschistischen Strukturen Antworten auf Aktionen organisierter Nazis finden. Die Zeit eines Kr\u00e4ftegleichgewichtes scheint erstmal vorbei und so muss es auch pro-aktive Ans\u00e4tze seiten der Antifaschist:innen geben. Allerdings wollen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und noch mehr mit unseren Leuten vor Ort sprechen, um die Gegebenheiten besser verstehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir bedanken uns bei euch f\u00fcr das Interview und die Einblicke in die Situation vor Ort!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Aufnahmelager Moria auf der zu Griechenland geh\u00f6renden Insel Lesbos hat es am Vortag gebrannt. Dabei ist mindestens ein Mensch get\u00f6tet worden. 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