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Robert Kurz - Fetischvernunft oder kategoriale Kritik? Teil 2

· --> 1 Kommentar

Mi 24. September 2008 22:00 bis 23:00

abfallGUT Dresden e.V.: Fetischvernunft oder kategoriale Kritik? (Robert Kurz, EXIT!) Teil 2 - siehe auch 22.9. - Zweiter Teil des Vortrages von Robert Kurz, den er auf dem Jahresseminar der wertabspaltungskritischen Theoriegruppe EXIT! im Sommer 2008 hielt. Darin beschäftigt sich R. Kurz mit dem Zusammenhang von Fetischkonstitution und modernem Denken, insbesondere der Vernunft. Gemeinhin wird die Vernunft als eine überhistorische Kategorie behandelt, die zur menschlichen Natur schlechthin gehöre. Hiervon grenzt sich Robert Kurz klar ab, indem er die Vernunft als historisch-spezifische Reflexionsgestalt der bürgerlichen Gesellschaft charakterisiert ….

Im Arbeiterbewegungsmarxismus spielte die von Marx im Kapital entworfene Kritik des Fetischismus eine äußerst untergeordnete Rolle, wenn sie denn überhaupt wahrgenommen wurde. Es ist das Verdienst der Wertkritik bzw. der Wertabspaltungskritik die Dimension des Fetischismus für eine Neuformulierung radikaler Kapitalismuskritik fruchtbar gemacht zu haben. Es geht dabei nicht darum, nur einen neuen, bisher unterbelichteten Aspekt in die Kapitalismuskritik einzubringen. Vielmehr verbindet sich mit der Thematisierung des Fetischismus ein fundamentaler Perspektivwechsel für eine emanzipatorische Kapitalismuskritik. Deshalb ist das Problem des Fetischismus auch so zentral für das Verständnis und die Kritik des Kapitalismus.

Die Thematisierung der Fetischismus-Problematik hat in den letzten Jahren in der Linken ein gewisses Echo ausgelöst und selbst in das eine oder andere Feuilleton Einzug gehalten. Doch erfährt der Begriff des Fetischismus eine derartige Uminterpretation, dass von seinem kritischen Potential meist recht wenig übrig bleibt. Dies dürfte wohl einer der Gründe für die wertabspaltungskritische Theoriegruppe EXIT gewesen sein, sich auf ihrem Jahresseminar im Juni 2008 mit den „Dimensionen des Fetischismus“ eingehender zu beschäftigen.

Dort hielt auch Robert Kurz einen Vortrag zum Thema „FETISCHVERNUNFT ODER KATEGORIALE KRITIK?“, in dem er sich mit dem Fetischismus und seiner Bedeutung für eine fundamentale Kapitalismuskritik beschäftigt. In der letzten Sendung hörten wir die erste Hälfte dieses Vortrages, in dem Kurz sein Verständnis des Fetischismus als gesellschaftliche Verfasstheit bzw. Konstitution dargelegt hat. Nach Kurz ist der Fetischismus zu fassen als eine den Handlungen der Menschen vorgeschaltete Struktur oder Matrix, die sich in den berühmten Sachzwängen äußert. Aber nicht nur die Handlungen der Menschen werden durch den Fetischismus einem strukturellen Zwang unterworfen, auch das Denken wird durch den fetischistische Konstitution der bürgerlichen Gesellschaft entscheidend geprägt. Das betrifft auch und vor allem die Vernunft. Hören wir nun den zweiten Teil des Vortrages von Robert Kurz, in dem er den Zusammenhang von Fetischismus und Vernunft eingehender untersucht.

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1 Kommentar ↓

  • 1 Uwe // Sep 30, 2008 at 17:06

    Danke auch für diesen zweiten Teil. Ich habe den auch im ersten Teil erwähnten Sachzwang als Machtzwang bezeichnet. Im Gegensatz zu Naturgesetzen ist er nicht zwingend, sondern durch die Machtverhältnisse bedingt. Nach Robert Kurz ist er im System zwingend. Er kann allerdings durch die Überwindung des kapitalistischen Systems aufgehoben werden. Und in diesem Teil kam deutlicher als im ersten Teil heraus, dass der wesentliche Unterschied nicht darin besteht, mit welcher Vorgehensweise das System untersucht wird. Er besteht darin, ob das kapitalistische System beibehalten werden soll, selbst wenn es Sozialismus genannt wird, oder ob das Warensystem überwunden werden soll.

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