PM: coloRadio sieht in der Digitalisierung des Rundfunks große Chancen, kann aber die damit verbundenen Risiken nicht allein tragen

Am 22. Oktober hatte die SLM eine Landespressekonferenz unter dem Titel “Große Chancen für nichtkommerzielle Lokalradios in Sachsen – Förderangebot der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien ebnet den Weg in die digitale Zukunft” gehalten. coloRadio verteilte dort ebenfalls eine Pressemitteilung:

“Das von der SLM unterbreitete Angebot, den Umstieg des Rundfunkprogrammes der NKL in Sachsen zu fördern, nehmen wir dankend an, sehen aber noch Bedarf nach weiteren Verhandlungen. Im Wesentlichen geht es dabei um eine Sicherung des Hauptübertragungsweges unseres Rundfunkprogrammes und die notwendigen Finanzmittel.

Die Umstellung des Rundfunkbetriebes in Sachsen auf DAB+ bis Ende 2014 ist ein richtiges, aber auch sehr ambitioniertes Vorhaben. Sollte das gesetzte Ziel in der geplanten Zeit nicht erreicht werden, braucht coloRadio die Sicherheit, das eigene Programm auf dem Weg verbreiten zu können, der für die dann meisten HörerInnen der übliche Empfangskanal ist.
Zur Forderung der SLM nach einer Einstellung des UKW-Betriebes per 31.12.2014 können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine endgültige Position beziehen. Sollte die Digitalisierung scheitern, was wir nicht wünschen, braucht coloRadio die Zusicherung, weiter auf UKW im gegenwärtigen Zeitfenster zu senden. Sollte sich der Prozess länger strecken, als heute erwartet, ist aus unserer Sicht eine Verlängerung der Übergangsphase mit simulcast Betrieb notwendig.

Die Erweiterung des gegenwärtigen Programmes auf einen 24/7-Betrieb, wie auch die avisierte Vergrößerung des Empfangsbereiches stellen aus unserer Sicht große Chancen dar, sind aber auch mit einem enorm steigenden technisch-organisatorischen Aufwand verbunden. Die zunächst von der SLM vorgeschlagene Mittelbereitstellung wird voraussichtlich nicht ausreichen, um die Umstellung ohne einen finanziellen Niedergang der Radio-Initiative zu realisieren. Wir sind optimistisch, dass wir in den Gesprächen mit der SLM in den kommenden Wochen zu einer realistischen Abschätzung des Aufwandes und zu möglichen Finanzierungswegen finden.

coloRadio muss seit 2010 für die Sende- und Leitungskosten auf UKW allein aufkommen. Diese große finanzielle Belastung von 12.000 € pro Jahr stellt eine dauerhafte existentielle Bedrohung für Freies Radio dar. Die Radio-Initiative Dresden versteht das SächsPRG dahingehend, dass eine Finanzierung der Sende- und Leitungskosten aus Rundfunkgebühren möglich wäre. Diese Deutung wird von der SLM nicht geteilt. Im Zuge der mit der Digitalisierung verbundenen Arbeiten am Gesetz sollte der Gesetzgeber eine klare Unterscheidung zwischen privaten Rundfunkveranstaltern und Community Radios schaffen und die Möglichkeit der von gebührenbasiertenr Finanzierung der technischen Basisstruktur inklusive der Sende- und Leitungskosten einräumen.”

[Pressemappe der SLM auf der Pressekonferenz am 22.10.2012] x

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2 Antworten auf PM: coloRadio sieht in der Digitalisierung des Rundfunks große Chancen, kann aber die damit verbundenen Risiken nicht allein tragen

  1. Pingback: SLM: Freie Radios sollen von UKW zu DAB+ wechseln

  2. Es ist unheimlich schwer, ein so komplexes Problem verständlich aufzudrieseln…. Auf der Seite http://sachsen1.com/Sachsen1-Reporter/92/526.html fasste ich die Dinge mal zusammen. UKW bedeutet nicht automatisch analog! Wir wären verrückt, würden wir die klassischen Rundfunkbereiche an die Mobilfunker oder sonstwen verschenken. DAB+ hat große Vorteile, über große Gebiete kann Radio effizient verteilt werden. Eine lokale und subregionale Verteilung geht besser über einzelne Sender. Längst sind die Normen für das Digitalsystem DRM+ eingeführt. Und warum soll der MDR über DAB+ die Lokalversionen von MDR Radio Sachsen Dresden und Leipzig parallel ins Paket bringen? Gut wäre, wenn sich die freien Radios für eine Ergänzung des Digitalradios durch DRM+ aussprechen würden. UKW kann dann in Ruhe Sender für Sender je nach Zielgruppe auf digital umgestellt werden.

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