Literaturmagazin “Binokel” – Jeden 3. Donnerstag von 21:30 bis 22:30 Uhr auf coloRadio ·
Interview mit Jürgen zum Anhören ·
Stell Dich mal kurz vor, wer bist Du und was machst Du bei Coloradio?
Zum Namen ganz kurz, einprägsam: Jürgen. Wir betreiben mit Partnern und Freunden seit 14 Jahren das Literaturmagazin Binokel. Es enthält Vorproduktionen aus Texten – klassischen Texten der Literaturepochen – als auch Radioaufzeichnungen eigener Lesungen, die wir mit einer Lesebühne betreiben.
Und wie funktioniert Deine Sendung, das Literaturmagazin Binokel?
Es soll ja den Magazincharakter wirklich tragen. Es beginnen also dann die acht ersten Minuten mit Kulturinformationen aus Dresden, Veranstaltungstipps, also ganz ausgewählten Veranstaltungstipps.
Die Sendung des Abends wird vorgestellt, der Autor wird vorgestellt, die Literaturepoche um so bisschen, ja Wink mit dem Zaunspfahl, auch ein bisschen Informationen an den Hörer zu bringen. 80% der Sendung sind dann wirklich eine gestaltete Lesung. Musik wird adäquat zu den Texten eingemischt, dass es also auch ein hörbarer Genuss ist und nicht nur trockener Text.
Du sagst, Du machst das schon seit 14 Jahren. Warum machst Du Dir diese Mühe, eine Radiosendung so regelmäßig zu machen?
Mein Interesse ist schon sehr früh entstanden. Also zur Literatur sowieso. Ich wollte mal ursprünglich, nur waren damals die Zeiten nicht so, etwas mehr werden oder Literaturwissenschaft studieren. Gott sei Dank ist das nichts geworden. Aber es gab dann schnell Verbindungen auch im Rahmen des Studiums in Dresden zum Hochschulfunk. Auch einige Jahre habe ich mich dort ausprobiert, und mit der Wende dann mit den neuen Möglichkeiten war dann der Weg zum Bürgermedium coloRadio eigentlich nicht weit. Ich habe hier neue Freunde gefunden und es ist einfach wahnsinnig interessant.
Was machst Du sonst, wenn Du nicht bei coloRadio sendest?
Oh, es gibt ‘ne berufliche Flanke, in der Ausbildung – der Erwachsenenausbildung bei Meistern – das ist etwas einfacher. Das Private, Familiäre besteht auch und eine weitere Flanke zum Literaturmagazin im Radio: wir betreiben mit Freunden und Partnern auch eine Lesebühne und tingeln so durch die Landschaft Dresden und Umgebung mit eigenem Programm. Literarisch – musikalische Programme und da entsteht auch manche Radiofassung, so auch heute, der Sommerabschied, passend zum September.
Was war Dein schönstes Erlebnis bei coloRadio?
Schönstes Erlebnis… Ich würde mal leicht einwenden: das ein sehr, sehr nachdenkliches, bedrückendes aber auch befreiendes Erlebnis: 12./13. Februar vorigen Jahres (2010 – Anm. d. Übers.) in Dresden. Einfach mit anderen Akteuren vom coloRadio haben wir von den traurigen Schauplätzen vor allen Dingen am Neustädter Bahnhof live berichtet über Handy direkt ins Radio. Mit etwas Stolz: Ich glaube wir waren der einzige Sender, der so nahe dran war und diesen neuen Nazis ins Gesicht gesehen hat, das erlebt hat, das beobachtet hat. Wir haben von den Blockaden berichtet. Das war nicht das schönste Erlebnis aber ein sehr beeindruckendes.





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