Audiokolumne “Zerrspiegel” – Jeden 3. Sonnabend im Monat von 20 bis 22 Uhr auf coloRadio ·
Interview mit Antje Meichsner zum Anhören ·
Erzähl mal, wer bist Du und was machst Du hier bei coloRadio?
Antje: Ich bin die Antje und ich mach ein Projekt, das heißt: “Das Prekariat greift zum Mikrofon” und ich hoffe, dass da Leute kommen, die sich dem Prekariat zugehörig fühlen und dann einfach sagen, was sie denken im Radio und sich da selber betätigen und Radiosendungen produzieren irgendwann.
Also Du machst selber gar keine Sendungen, sondern Du lädst nur Leute ein und hilfst denen dann dabei Sendungen zu machen?
Antje: Na das ist das eine und auf der ehrenamtlichen Ebene mach ich dann schon noch ‘ne Sendung und die heißt “Zerrspiegel”. Und diese Sendung ist einmal im Monat zwei Stunden, wo ich so ‘ne Art Audio-Kolumne mach, also so alles was mir einfällt. Oder was mir grad’ einfällt, das bündelt sich dann dort. Oder wenn mich ein bestimmtes Thema interessiert, dann füll’ ich diese zwei Stunden mit diesem Thema und unter Umständen lade ich mir dann Gäste ein und mit den Gästen habe ich schon oft improvisiert. Zu meist zwei Themen gleichzeitig, also wir haben gleichzeitig über zwei Themen geredet und sind dann vom Thema immer schön abgeschwiffen, weil das dann den Kern des Ganzen oft besser enthüllt, als wenn man sich immer strikt an einem roten Faden festbeißt.
Welchen Rahmen hat die Sendung? Geht’s da um Musik oder um Technik oder Gesellschaft?
Antje: Da geht’s um alles, was mich gerade interessiert. Also klar, so manchmal habe ich bestimmte musikalische Genres aufgerollt, wie z.B. Postrock. Da habe ich mich dann mal intensiv mit Postrock beschäftigt und dann erläutert, was das alles ist. Und dann das gleiche mit Postpunk, was was anderes als Postrock ist, und das alles genau erörtert. Und dann habe ich mich mal mit der Band “Pavement” beschäftigt, das war dann alles so Musik. Ich habe aber auch schon mit diversen Menschen Sendungen zusammen produziert, die Texte beschrieben haben, also Gedichte und prosaische Texte und das mit denen zusammen aufgenommen und dann ging’s auch um andere Themen wie z.B. über Netlabels und Underground in der DDR und ja und so weiter.
Und warum machst Du überhaupt hier Radio?
Antje: “Ich habe schon mal früher Radio gemacht, woanders bei Radio Outaspace und das war so ‘ne einschneidende Erfahrung in meinem Leben, dass ich das wiederholen wollte und zwar kontinuierlich, also nicht bloß immer mal ‘ne Sendung irgendwo mal schnell, sondern einfach permanent um die Fortschritte zu beobachten, die ich machte. Und dafür war das ganz toll bei coloRadio als da die Sendezeit erweitert wurde, dass man da auch richtig viel Zeit hatte, also zwei Stunden am Stück zu senden, das ist schon auch wichtig da, um sich entfalten zu können.”
Und was war dein schönstes Erlebnis bei coloRadio?
Antje: Ich hab leider kein schönstes Erlebnis bei coloRadio, tut mir leid.
Was war Dein schlimmstes Erlebnis bei coloRadio?
Antje: Na schlimmste Erlebnisse gibt’s viele.
Ist ja schrecklich hier.
Antje: Zum Beispiel, wenn man zu spät kommt oder nicht zeitig genug zu seiner Sendung. Ich mach immer Live-Sendungen, da ist es wichtig, dann auch tatsächlich da zu sein, körperlich anwesend und wenn man sich dann aus irgendwelchen Gründen nicht so richtig in das Studio einarbeiten kann und z.B. jemand den Stecker vom Plattenspieler nicht wieder reingesteckt hat und man ist dann aufgeregt und findet dann einfach den Fehler nicht. Normalerweise würde man den schnell finden, aber in der Aufregung der Sendung da findet man das nicht. Da bin ich dann immer so aufgeregt, dass sich das die ganzen zwei Stunden nicht wieder legt und das ist dann nicht so entspannend.
Okay, danke!
Antje: Bitte!





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