Das private Klassikradio Apollo hat am Mittwoch (14.4.) angekündigt, die freien Radios Sachsens zum Samstag den 17.4. abschalten zu lassen. Mit diesem Schritt soll die sofortige Zahlung der anteiligen Sendekosten erzwungen werden. Apollo verstößt damit gegen geltendes Rundfunkrecht. Es existiert aber kein rechtskräftiger Vertrag mit Apollo, mit dem diese Zahlung abgesichert wäre. Unser Rechtsanwalt hat in den vergangenen Monaten immer wieder Vorschläge an Apollo gesendet – es kam nichts zurück.
Es ist uns nicht möglich, eine solche Zahlung städtischer Gelder ohne Vertrag und ohne jegliche Rechtsgrundlage zu verantworten, zumal diese noch gar nicht freigegeben wurden. Schliesslich erbringt Apollo weder eine Leistung für coloRadio noch existiert eine Vertragsbeziehung. Von den freien Radios gemachte Vertragsvorschläge zur Klärung der Situation wurden von Apollo abgeblockt. Trotz der inzwischen sichergestellten Finanzierung von 2 der 3 sächsischen freien Radios für dieses Jahr hat sich Apollo zu einem konfrontativen, erpresserischen Vorgehen entschlossen, damit eine rechts- und zukunftssichere Lösung torpediert und alle Menschen brüskiert, die sich für eine politische Lösung des Problems eingesetzt haben wie z.B. den Dresdner Stadtrat.
Gleichzeitig wird mit der Abschaltung der freien Radios eine der Errungenschaften der friedlichen Revolution 1989 vernichtet und die unbezahlte Arbeit unzähliger ehrenamtlicher RadiomacherInnen in den letzten 20 Jahren mit Füßen getreten.
Daher fordert coloRadio die Betreiberin von Apollo – die Sächsische Gemeinschaftsprogramm GmbH & Co. KG auf, von Ihrem geplanten Vorgehen abzusehen. Gleichzeitig hoffen die sächsischen freien Radios weiter auf politischen Lösung für die Finanzierung ihrer jährlichen Sendekosten von 40.000 € aus GEZ-Gebühren, wie es in anderen Bundesländern üblich ist. Dazu gibt es am 3. Mai um 10.00 Uhr eine öffentliche Anhörung im sächsischen Landtag in Dresden. Alle Interessierten sind eingeladen, dorthin zu kommen.



8 Kommentare ↓
1 stevie // Apr 16, 2010 at 16:52
dresden ohne coloradio
wäre wie dresden ohne zwinger …
stevie / nutzer bei radio okj in jena
2 iselin // Apr 16, 2010 at 19:26
ich drück euch die daumen!
3 Kathrin // Apr 17, 2010 at 10:17
Na, wenigstens ist apolloradio in der Zeit auch nur im Stream zu hören;-)
Die Ansage zu den Bürgerradios haben sie aber noch gesendet, bevor es nur noch rauschte.
Völlig beknackt.
4 Piratensender Apollo kapert coloRadiofrequenz // Apr 17, 2010 at 11:45
[...] Gerade eben, am Samstag dem 17.4., ist kein Ton mehr auf coloRadio zu hören. Grund: Apollo Radio versucht per Faustrecht zu erzwingen, dass coloRadio Gelder zahlt, ohne dass ein Vertrag dafür existiert. (im Detail siehe vorhergehenden Artikel) [...]
5 Freie Radios nicht mehr über Apollo-Frequenzen zu hören // Apr 17, 2010 at 13:34
[...] Zur Einordnung empfehlen wir unsere Meldung vom Mittwoch: “Rechnung nicht bezahlt: Apollo Radio droht Freien Radios mit Abschaltung” sowie die offizielle Reaktion von Coloradio: “Zur angedrohten Abschaltung von Coloradio“. [...]
6 hörer // Apr 18, 2010 at 9:25
habe gerade bei http://www.apolloradio.de/umfrage.php einen kommentar hinterlassen…
7 Zur angedrohten Abschaltung von coloRadio « anlesen.de // Apr 18, 2010 at 15:01
[...] Zur angedrohten Abschaltung von coloRadio Das private Klassikradio Apollo hat am Mittwoch (14.4.) angekündigt, die freien Radios Sachsens zum Samstag den 17.4. abschalten zu lassen. Mit diesem Schritt soll die sofortige Zahlung der anteiligen Sendekosten erzwungen werden. Apollo verstößt damit gegen geltendes Rundfunkrecht. Es existiert aber kein rechtskräftiger Vertrag mit Apollo, mit dem diese Zahlung abgesichert wäre. Unser Rechtsanwalt hat in den vergangenen Monaten…[mehr] [...]
8 gelegenheitshörer // Apr 19, 2010 at 21:51
Nicht das mir eurer ideologisch verkrampftes Radio direkt fehlen würde, nein das ist es nicht. Vielmehr finde ich die Art und weise wie ein „freies Radio“ geknebelt wird unerträglich! Als alter Dresdner und gelernter DDR Bürger sehe ich ganz deutlich Diktatorische Parallelen, und nein eine Meinungskontrolle will ich nicht schon wieder! Als mündiger Bürger möchte ich selbst entscheiden was ich höre oder nicht. Deshalb habt ihr meine Unterstützung in eurem schaffen.
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