Unser Kampf um die Finanzierung der Sende- und Leitungskosten kostet uns eine Menge Geld (Rechtsanwalt, Plakate, Mahngebühren, ...) Eure Spende hilft uns:
Drei Demonsrationszüge mit Teilnehmern aus den Bereichen Bildung, Kultur und Soziales aus ganz Sachsen zogen am 16. Juni zum Landtag – damit erlebte Dresden die großte Protestdemo seit 1990.
Aufgerufen hatten Gewerkschaften, Sozialverbände, Bürgerinitiativen und Parteien unter dem Motto “Wir sind mehr wert” in Dresden zu demonstrieren. Auf Transparenten zeigten Künstler, Lehrer, Polizisten und Sozialarbeiter, was sie von den Kürzungsbechlüssen halten. Am Ende der Demo versammelten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Landtag, wo auf einer Bühne Vertreter der Parteien zu den Versammelten sprachen. Der ca. fünfminütige Bildbericht zeigt u.a. Olaf Schubert als Teilnehmer der Versammlung und man hört die Stimme des Dresdner Poetry Slammers Thomas Jurisch (“Juri”), der es wie kein anderer verstand die Massen zu begeistern, zu denen insbesondere viele Jugendliche und Studenten gehörten.
Die Organisatoren der Veranstaltung wollten die Demo als Auftakt für einen heißen Herbst verstanden wissen, sollten die Sparbeschlüsse nicht rückgängig gemacht werden.
coloRadio war am 4. Juli zum Discursive Picnic – einem partizipativen Kunstprojekt – ins Albertinum eingeladen. Seit der Documenta11 verbindet das Künstlerkollektiv UNWETTER mit seiner Praxis der Discursive Picnics in einem fortlaufenden Prozess institutionelle und nicht-institutionelle Räume wie den Projektraum Sparwasser HQ, Berlin, die Liverpool Biennale, das Museum of Contemporary Art, Sydney, die Maifest7 in Bozen oder die Fußgängerzone von Palanga, Litauen. Discursive Picnics funktionieren als Potlucks, wo jeder zugleich Gast und Gastgeber ist. Anlässlich der Wiedereröffnung des neuen Albertinums laden wir Dresdner OFF-Räume, Kulturexperimente, Projekte, soziale Initiativen, Kunstinteressierte und Passanten ein, am 4. Juli 2010 zwischen den deutschen Impressionisten Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth ihre Projekte, Aktionen, Speisen udn Picknick-Utensilien auszupacken, auszutauschen und weiterzuentwickeln.
(Audio-Beitrag über das Discursive Picnic findet ihr im Download-Bereich “Discursive Picnic (kleiner Ausschnitt, 4. Juli 2010 Albertinum”)
Am Samstag und Sonntag läuft wieder das BRN-Radio von der Bunten Republik Neustadt. Neben dem Spezialprogramm laufen einige reguläre Sendungen weiter. [Livestream: mp3, ogg, Modem]
Podiumsdiskussion vom 16.06. in der Scheune hier nachhören. [Länge: 1:56:29.mp3, 110MB]
Das sind Fotos, die Andreas Rajchert in Sankt Petersburg zum Tag der Befreiung vom Faschismus geschossen hat. Es wird demnächst eine Fotoausstellung in den Räumen von coloRadio und im Deutsch-Russischen Kulturinstitut zu diesem Thema geben.
Für die Zahlung der Sende- und Leitungskosten der Freien Radios gibt es endlich eine Vertragsgrundlage mit Sendenetzbetreiber Media Broadcast
Nach wochenlanger Stille auf UKW 98,4 und 99,3 in Dresden sendet coloRadio wieder seit 14.05.2010 ab 18.00 Uhr. Damit ist die rechtswidrige und bundesweit einmalige Abschaltung aufgehoben. Durch das entschiedene Eingreifen der Bundesnetzagentur und des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie durch den Druck unserer Netzwerke in Kultur, Musik und Politik existiert nun ein Vertrag mit dem Sendenetzbetreiber Media Broadcast – die rechtliche Grundlage für die Überweisung der von der Stadt Dresden bereitgestellten 12.000 € für Sende- und Leitungskosten.
Willkürliche Abschaltungen durch Dritte werden künftig nicht mehr möglich sein.
Unser Dank gilt den StadträtInnen von SPD, Grünen, Linken und Bürgerfraktion, die sich für die Medienlandschaft Dresdens stark gemacht und die Existenz von coloRadio für 2010 gesichert haben, der Bundesnetzagentur, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und ganz besonders dem sächsischen Medienrechtler RA Thomas Neie.
Wir fordern nun von den Landtagsabgeordneten von CDU und FDP, den §40 des Rundfunkstaatsvertrages in Landesgesetze zu fassen, und damit die Existenz der Freien Radios ab 2011 wie auch die Medienvielfalt dauerhaft zu sichern. Nur so können die ehrenamtlichen RadiomacherInnen von coloRadio (Dresden), Radio Blau (Leipzig) und Radio T (Chemnitz) auch nächstes Jahr ein alternatives Rundfunkprogramm abseits von Dudelfunk und Mainstream Media bieten.
Mit der Wiederaufschaltung der Freien Radios findet Teil 1 einer sächsischen Provinzposse sein Ende. Während die Bundesländer Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ihre Freien Radios als Aushängeschilder von Kultur, Meinungsvielfalt und ehrenamtlichem Engagement fördern, betreibt die sächsische Landesregierung zusammen mit den regionalen Privatsendern eine Politik der Abschottung gegen Medienschaffende – aus Angst vor Konkurrenz? Damit schaden sie vor allem den Radiohörerinnen und -hörern.
Letzteren aber dankt coloRadio vor allem für’s Durchhalten, da sie wohl am meisten von der Funkstille betroffen waren. Und hundert SendungsmacherInnen freuen sich, endlich wieder mit Meinungsvielfalt, kultureller Breite und schicker Musik on Air zu sein.
Apollo verschickt weiterhin Rechnungen an die von ihnen abgeschalteten Nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) und stört ihre Verhandlungen mit dem technischen Dienstleister Media Broadcast
Die drei sächsischen Nichtkommerziellen Lokalradios (NKLs) coloRadio, Radio Blau und Radio t sollen für einen Monat an Apollo Sende- und Leitungskosten bezahlen, in dem sie aufgrund der rechtswidrigen Abschaltung gar nicht senden konnten. Das geht aus einer Zahlungsaufforderung hervor, die Apollo den drei sächsischen NKLs jetzt geschickt hat. Begründet wurde diese absurde Forderung nicht, doch sie könnte Konsequenzen haben.
Denn die NKLs und der technische Dienstleister Media Broadcast (MB) stehen unmittelbar vor Abschluss eines Vertrages, der die künftige Bezahlung der Sende- und Leitungskosten für die NKLs regelt. Danach könnten die freien Radios wieder auf UKW senden. Doch Apollo mischt sich ein und blockiert die Verhandlungen, will die Bezahlung ihrer absurden Rechnung zur notwendigen Bedingung für den Vertrag zwischen Media Broadcast und den NKLs machen.
Sollte sich Apollo also weigern, dem Vertrag aufgrund der “Phantomforderung” zuzustimmen, bliebe es auf den NKL-Frequenzen weiterhin stumm. Dafür würde Apollo den NKLs auch weiterhin Sende- und Leitungskosten in Rechnung stellen.
Vertragsgegenstand zwischen den NKLs und Media Broadcast sind ausschließlich die Sendezeiten der NKLs. Dafür ist die Zustimmung von Apollo nicht notwendig. Die NKLs setzen dabei auf eine Klärung durch die Bundesnetzagentur.
Seit über drei Wochen wird dort Stille gesendet, wo eigentlich die sächsischen nichtkommerziellen Radios aus Dresden (coloRadio), Leipzig (Radio Blau) und Chemnitz (Radio T) zu hören sein sollten. Nach monatelangen Streitigkeiten um die Kosten der Ausstrahlung und die dafür notwendige Vertragsgrundlage eskalierte der Streit zwischen dem privat-kommerziellen Programmveranstalter Apollo-Radio und den NKLs mit der unrechtmäßigen Abschaltung von Radio Blau, coloRadio und Radio T am 17. April auf Anweisung von Apollo-Radio.
Am 3. Mai fand im sächsischen Landtag ab 10:00 Uhr im Raum A 600, Eingang Altbau, eine Öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf „Gesetz zur Änderung des Sächsischen Gesetzes zur Durchführung des Staatsvertrages über den Rundfunk im vereinten Deutschland und zur Änderung des Sächsischen Privatrundfunkgesetzes” im Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien statt. Es ging darum, ob die SLM aus GEZ-Gebühren die Sende- und Leitungskosten der nichtkommerziellen Lokalradios bezahlen darf. …[weiter lesen]
Hier hört Ihr das ganz neue Interview vom 3. Mai mit Rechtsanwalt Thomas Neie, der die drei sächsischen Freien Radios in den Auseinandersetzungen mit Apollo-Radio und der SLM vertritt. Das Interview vom 29. April mit Rechtsanwalt Thomas Neie kann hier angehört werden und ist 8 Minuten lang. Das 7-minütige Interview vom 22. April von Radio T aus Chemnitz mit Rechtsanwalt Neie kann dort angehört werden.
Kommt alle zur Kundgebung am Montag (26.4.) 16:00 bis 18:00 Uhr vor dem Apollo-Sitz in Chemnitz, also zum Medienhaus auf der Carolastraße, 150 Meter vom Hauptbahnhof entfernt und demonstriert für die sofortige Wiederaufschaltung! Treffpunkt in Dresden: 14:45 Uhr Hauptbahnhof Gleis 12. Bereits am 19. April, auch ein Montag, wurde vor Apollo demonstriert.
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